Sonntag, 29. März 2009

The Sunshine State




Wie bereits im letzten Post angekündigt, waren Daniel und ich von 16. bis 24. März in Florida. Losging's Montag morgens mit dem Greyhound von Montreal nach Burlington. Von Burlington zu fliegen ist um einiges billiger als von Montreal. Deshalb also erstmal mit dem Bus über die Grenze. Ach und wie ich amerikanische Grenzbeamte liebe. Man fühlt sich gleich so willkommen, wenn sich der nette Herr in Uniform vor einem gerade überlegt, ob er einen jetzt wirklich einreisen lassen soll. Grund des Ärgers: Er wollte Flugtickets oder zumindest die Itenary sehen. Beidess hatte ich nicht bei mir, da ich nicht im Besitz eines Druckers bin, zudem braucht man diese Dokumente nicht zum Einchecken. Mein Grenzbeamter fragt also den anderen, der meinen Bruder ohne jegliche Probleme gecheckt hat, was er davon hält. Der meinte, von ihm aus sei das kein Problem und mit großem Murren und in seiner übermäßigen Großmut erlaubte mir mein Officer letztendlich auch die Einreise... Mann Mann Mann... da hätte die Reise auch schon zu Ende sein können. Penner! Anyway, der Flug verlief dann zumindest ohne weitere Zwischenfälle und wir landeten sicher um ca 21 Uhr in Fort Lauderdale.

Als erstes mussten wir unser Mietauto besorgen, Full size car weil wir relativ viel Gepäck hatten und evtl. auch mal im Auto schlafen würden. Bei Alamo waren dann 2 Deutsche am Schalter, deren Englisch etwas rostig war. Die nette Mitarbeiterin bemerkte, dass wir auch Deutsche sind und fragte uns, ob wir helfen könnten. Klar, wir sind ja nette Zeitgenossen. Als wir dann an der Reihe waren und uns besagte Mitarbeiterin zu den Autos führte, meinte sie, dass sie uns für unsere Hilfe ein Upgrade geben würde, d.h. von Full size auf Premium. Lange Rede, kurzer Sinn: Wir fuhren schließlich mit einem Cabrio aus der Garage!!! Wie cool ist das denn, wir konnten unser Glück kaum glauben :) Gleich Verdeck herunter gemacht und durch Miami richtung Key Largo, wo wir dann auch übernachteten. Wobei von "nächtigen" zu sprechen, heißt hier eher sich im Auto von Schnacken und anderem Geziefer fressen zu lassen. An Schlaf war also nicht zu denken und so entschieden wir, auf den Sonnenaufgang zu warten und dann bei Tageslicht weiter richtung Key West (dem südlichsten Punkt der USA) zu fahren. Aber wer hätte gedacht, dass die Sonne erst um halb 8 aufgedeht?! Selbst am Strand haben einen die Biester nicht in Ruhe gelassen. Egal, irgendwie ging die Sonne dann doch auf und der Sonnenaufgang entschädigte für die zahlreichen Stiche.

Am nächsten Morgen legten wir uns dann erst mal am Sombrero Strand (in Marathon) zum Schlafen. Sommer, Sonne, Meer... Herrlich! Das Beste an unserem Trip war wahrscheinlich die Fahrt nach Key West über die vielen kleinen Inseln, verbunden mit Brücken, rechts und links Meer. Und das ganze "oben ohne" ;)
In Key West ging es dann zuerst ins Hostel. Klugerweise hatten wir keine Reservierungen gemacht, ich höre meinen Bruder noch sagen "hatten wir letztes Jahr auch nicht gemacht und da waren wir zu zehnt!" Hmm, ausgebucht, war ja klar. Und da alle anderen Zimmer mindesten 150 $ pro Nacht ohne Steuern kosteten, entschieden wir uns die erste Nach lieber im Auto zu pennen und mit dem gesparten Geld Party zu machen. Aus der einen Nacht sind dann letztendlich fünf Nächte im Auto geworden, aber dafür haben wir ne Menge Geld gespart von dem wir dann immer schön Essen gehen konnten ;)
Den ersten Abend in Key West starteten wir dann mit einer All-you-can-drink Katamaran sunset Tour. Wolkenloser Himmel, Alkohol so viel man will und ein suuuper Sonnenuntergang. Einigermaßen angedüdelt gings danach von Bord und in das Nachtleben. Key West ist sehr liberal was das drinken angeht. Man darf wirklich in der Öffentlichkeit Alkohol drinken und die Polizei interessierts kein bisschen. Bin ich gar nicht mehr gewöhnt... Wie es der Zufall will war zudem noch St. Patrick's Day, also noch mehr los als eh schon.
Im nächsten Tag fuhren wir zum Bahia Honda Beach Park. Bester Strand auf der Serger Beach Tour 2009. Fast keine Menschenseele unterwegs, kristallklares Wasser, kleine Fische, große Fische, Einwadererkrebse, Muscheln etc pp.

Nächster Programmpunkt war die Westküste Floridas. Fort Myers um genauer zu sein. D.h. mit dem Auto durch die Everglades, was an sich auch kein großes Problem darstellt, man sollte nur möglichst wenige Stopps einlegen, wenn man noch ein bisschen Blut behalten möchte ;) Fort Myers ist ganz nett, aber verglichen mit Key West langweilig. Also entschlossen wir nach einer Nacht (einer unheimlichen, irgendwo in einem verlassenen Nationalpark, stockdunkel, am Strand komische Lichter, gruselig!) den Standort zu wechseln. Unsere Wahl viel auf Naples. Davor gings noch zu diversen Stränden. Napels ist eine Oase für reiche Rentner, aber noch langweiliger als Fort Myers... Deshalb zog es uns schon nachts weiter richtung Miami, wo unser Cousin Philipp uns ein Zimmer in einem Hotel gebucht hatte. Mit Bett und Dusche und allem. Wahnsinn!!! Mit Swimming- und Whirlpool darußen. Goosebumps....
Miami dann war wieder cool. Wobei wir uns hauptsächlich auf South Beach und den Ocean Drive konzentrierten. Und Seafood, yummi!!! Jeden Abend im selben Resaurant um die Ecke. Ich kannte den Ocean Drive ja eigentlich auch schon aus GTA Vice City ;)
Am letzten Tag wollten wir (eigentlich mehr ich und mein Bruder wurde gezwungen) eigentlich nochmal runter nach Key Largo fahren zum Korallenriffschnorcheln. Wurde aber leider wegen zu hohen Wellen abgesagt. Hohe Wellen in den Keys, what are the chances?!! Naja, kann man nix machen, also zur Abwechslung wieder Strandtag. Erst in Fort Lauderdale, dann auf Key Biscayne (was wirklich wie eine Oase aussieht). Das war der perfekte Abschluss, denn am nächsten Morgen musste ich dann leider wieder zurück nach Montreal. Es war wirklich scheeeee! Und zum Glück ist es mittlerweile auch nicht mehr so kalt hier. Ich kann den Sommer wirklich nicht mehr erwarten :))

Wie es jetzt weitergeht weiß ich nicht wirklich. Ich warte meine Kreditkartenrechnung noch ab und dann bin ich wahrsch so pleite, dass ich mir keine Trips mehr leisten werden kann, wobei es hier in Kanada noch so viel zu sehen gibt :/ Naja, ich kann mich nicht beklagen ich weiß...

Ciao!

Donnerstag, 5. März 2009

Livin it up in California

Hey,

uuuuuuuuuuuuuund weitergehts... Von 18. Februar bis 1. März war Fabian in Californien und mochte es dort sehr. Die ersten 5 Tage verbrachte er mit Anna und Hélène in San Francisco, was seiner Meinung nach einer der aufregendsten Städte der Welt ist (zumindest von denen, die er schon besucht hat). Sie wohnten dort in einem sagenumwobenen Hostel direkt an der Bucht mit Blick auf Alcatraz und die Golden Gate Bridge - für 24 Dollar pro Tag, inklusive Frühstück (Bagels, Waffeln, Orangensaft, Kaffee, Tee... yummi!).

San Francisco ist... besonders! Besser kann ich es wahrscheinlich nicht ausdrücken. Wer die amerikanische Mentalität nicht besonders schätzt, sollte mal an die Westküste und besonders nach SFC gehen. Die Menschen sind weltoffen, liberal, sehr nett, seeehr umweltbewusst (u. a. Bioläden an jeder Ecke). Die Stadt hat viele Parks, Strände, liegt direkt am Meer, die Berge sind nicht weit weg, das Wetter ist meistens warm (wir hatten um die 18° im Februar) - was will man mehr?!

Haight Ashbury, wo sich Ende der 60er die Hippies versammelten um ihren Summer of Love zu feiern, Castro, das in den 70ern Anlaufstelle und Zuflucht für viele diskrimierte Homosexuelle aus aller Welt war (ich empfehle den Film "Milk" an dieser Stelle)... fast jeder Stadtteil hat seine eigene, bedeutende Geschichte. Ich könnte hier weiterschwärmen aber eingentlich steht unter dem Strich nur eines: Ich liebe diese Stadt. Unvergleichlich, v.a. nicht mit den Metropolen im Osten. Hach... Ich hoffe ich schaffe es noch einmal dort hin, während meiner Zeit hier!

Nach 5 Tagen schnappten wir uns ein Mietwagen und begaben uns auf den Weg nach Los Angeles, was grob geschätzt ungefähr 500 km entfernt ist. Highway 1, direkt am Meer entlang. Rechts der Pazifik, links die Berge und Nationalparks. Atemberaubend! Ich habe so viele Bilder gemacht... Unterwegs machten wir kurz Halt in Santa Cruz und Monterey. Wir haben sogar den Pfeiffer Beach gefunden, einer der schönsten Strände in der Region, weil relativ unbekannt und nicht ausgeschildert. Mit Hilfe der Einheimischen gings dann über einen, ich würde es eher als Trampelpfad bezeichnen, hinunter zum Strand. Wow, außer 2 Anglern waren wir die einzigen (es war auch sehr früh am Morgen). Der einzige Haken an unserer Reise war, dass ich gerne mehr Zeit für den Highway 1 gehabt hätte, aber naja, das nächste Mal dann.

Los Angeles fand ich im Vergleich zu SFC eher lahm. Zu groß, zu viele Obdachlose zu amerikanisch. Aber Venice Beach, an dessen Promenade sich unser Hostel befand,war trotzdem sehr schön, toller Strand. Noch wärmer, sonnig. Ich denke Frühling ist die beste Jahreszeit für California. Es ist nicht zu heiß, alles ist grün und voll im Saft, obwohl das Wasser arschkalt ist. Hollywood, Walk of Fame, Getty Meseum (faszinierend!), dann gings auch schon mit dem Greyhound weiter nach San Diego, wo wir bei Annas Kumpel Jan unterkommen konnten.
In San Diego haben wir uns dann den Park angesehen und sind sonst größtenteils nur an den Stränden rumgehangen, was wir davor aus zeitgründen nicht groß geschafft hatten. 25° ist für eine geschundene Seele in Kanada ein Segen mmmhm. Leider gings dann auch schon nach nicht mal ganz 3 Tagen in San Diego wieder zurück ins -9° kalte Montreal brrrrrrrrrr... Vergessen werd ich den Trip aber nie, das war bisher definitiv das Highlight. Mal schauen wie sich Florida so schlägt, in 11 Tagen gehts los YAY!!!

Ich hoffe euch allen gehts gut! Bis bald!

Montag, 2. Februar 2009

SO wird Schnee geräumt...

Québec Ville

Bonjour mes amis,

und weitergehts! Letztes Wochenende haben wir eines der heißesten (nicht im wörtlichen Sinne verstehen) Events Quebecs besucht - Crashed Ice. Ich habe bereits im letzten Eintrag ein kurzes Video verlinkt, falls ihr das nicht gesehen habt, gibts hier noch eins von Spiegel online. Das Prinzip: Jeweils vier Rennfahrer, die aussehen wie Eishockeyspieler (und das auch meistens sind), rasen wie die Berserker eine 400 m lange und z. T. extrem steile Buckelpiste mit Sprüngen und Kurven herunter, ohne Rücksicht auf Verluste - und das Ganze quer durch Quebecs Altstadt.

But first things first. Am Freitag vormittag ging es also mit unserem Mietwagen los, mit an Bord Michael (alias der Schluchtenscheißer), Reiner, Marc und ich (alias der Piefke). Michael ist 27 was sich als sehr nützlich erwies, weil das Auto erheblich weniger an Versicherung kostet - nebenbei ist er auch noch ein netter Kerl (obwohl Ösi ;) aber damit genug gepiesackt). Nach etwa zweieinhalb Stunden hatten wir unser Ziel erreicht. Mein erster Eindruck von Quebec: Super! Schöne, verwinkelte Altstadt mit europäischen Flair und einem tollen Schloss (das eigentlich ein Hotel ist), das über der Stadt thront. Amerikaner gehen Gerüchten nach nach Quebec, wenn sie Europa sehen wollen, aber nicht so viel Kohle ausgeben wollen. HAHA, die Amis... Egal, Zimmer bezogen, Gepäck verstaut, Auto geparkt und dann ging es - wie sich für eine schöne Stadt gehört - erst mal in eine.... wait for it.... exactly, in eine Kneipe LOL. Erst einmal ein bisschen aufwärmen mit einem Groc in einer schnuggeligen Umgebung.

Danach erst mal die Stadt erkunden, bei einer saumäßigen Kälte... Das war allerdings noch eher etwas Ziellos und die tiefen Temperaturen trieben uns relativ zügig wieder in eine.... genau!... Kneipe, besser gesagt, einen Irish Pub. Nachdem wir uns mit diversen Guiness wieder auf Betriebstemperaturen bringen konnten, stürzten wir uns erneutunerschrocken auf die Straßen Quebecs, da wir uns mit Eva, einer Augsburger Kommilitonin, die momentan in Quebec wohnt, verabredet hatten. Da es so kalt war meinte sie zu unserem größten Unmut, wir sollten doch am besten in eine Studenten.... KNEIPE gehen, wo man uns im Verlauf des Abends den ein oder anderen Pitcher kredenzte. Eva führte uns danach weiter auf Quebecs Partymeile (Name vergessen), auf der wir dann in (nein, keine Kneipe) einer Art Bar die Feiertauglichkeit der Quebecois eindrucksvoll miterleben konnten. Prost und im Schneesturm zurück zum Hostel, yay!!!


Neuer Tag, neues Glück! Getreu diesem Mottos brachen wir frohen Mutes auf, um der Kälte, diesmal noch eisiger als am Vortag, zu trotzen. Dies klappte den Umständen entsprechend: 3 Paar Socken, 2 Hosen, 2 T-Shirts, 1 dicker Pullover, 2 Mützen, und eine super Winterjacke - waren am Ende doch nicht genug! Naja, es ging eigentlich tagsüber als wir die Stadt erkundeten. Richtig hart wurde es als ich ein vermeindlich tolles Foto aus einem noch tolleren Winkel knipsen wollte und ihr ahnt es - schwups lag ich auf dem Hosenboden inklusive kurzzeitigen Verlusts meiner Mütze, auf dem Hochplateau, bei ordentlich Wind und ungefähr -30°... Man bekommt schon kurz etwas Angst, wenn man merkt, dass einem die Lippen zufrieren, man kein Gefühl mehr in den Finger mehr hat (ich musste ja schließlich ein Foto knipsen, was mit Handschuhen nicht geht) und die Weggefährten unbekümmert und ohne davon Kenntnis genommen zu haben fröhlich weitermarschierend.

Nichts desto trotz hab ich es irgendwie überlebt (ach ja so ein bisschen darf man ja mal übertreiben!) und wir hielten auch bis zum Rennen durch, was einfach nur geil war! Es war von den Temperaturen eig auch auszuhalten, wenn man nicht aufhörte sich zu bewegen (meist in Form von Tanzen). Super Atmosphäre, tolle Beläuchtung, spannende, umkämpfte Rennen - was will man mehr?? Okay ein paar Grad mehr hätten es schon sein können, aber es hat doch auch etwas romantisch Verträumtes an sich, wenn aus dem Dixiklo die Wärme herausqualmt ;) Abends wieder weiter nette Bars und ein adäquater Rausch....

Am nächsten Tag machten wir uns wieder auf dem Weg nach Montreal, nicht ohne aber noch einen Stop bei den Chutes Montmorency, also Quebecs berühmten Wasserfall, einzulegen. Dieser ist übrigens um einiges höher als die Niagara-Fälle und im Winter fast komplett zugefroren, was natürlich zu herrlichen Eisgebilden führt. Nächster Halt war die Stadt Trois-Rivières, die jedoch nicht soooo spektakulär war, wobei der Subway dort doch erwähnenswert ist...

Also, lange Rede, kurzer Sinn - tolles Wochenende, super Stadt, krasses Rennen, schöne Wasserfälle usw... Empfehlendswert! 5 Sterne xxxxx

A bientôt!

Bisou!!

Freitag, 16. Januar 2009

Montréal (finally)

Haven't heard anything for a long time, have you? Sorry guys...
Das wird jetzt nachgeholt, also wie schon seit langer Zeit versprochen schreib ich jetzt mal ein bisschen was über die Stadt, in der ich schon seit über 5 Monate lebe - Montréal! Nach so einer langen Zeit weiß ich jetzt natürlich auch gar nicht genau, womit ich anfangen soll. Wahrscheinlich am besten mit ein paar allgemeinen Sachen.

Also, ich denke es ist nicht allzu vermessen Montreal als eine Stadt der Gegensätze zu bezeichnen. Kulturell gesehen ist es ein interessanter Mix. Auf der einen Seite hat man natürlich die Sprache: Da Montreal in der Provinz Quebec liegt, ist Französisch hier Amtssprache. Das heißt Straßenschilder, Werbung, Ansagen in der Metro - alles auf Französisch. (gesetzlich festgelegt). Andereseits wird trotzdem auch überall in den Straßen Englisch gesprochen, zumindest so lange man sich nicht allzu weit von der Innenstadt entfernt. So kann es einem beim Bummeln passieren, dass Menschen vor einem Französisch (Quebecois) sprechen und die hinter einem English - und das ist völlig normal hier. Die Stadt ist mehr oder weniger in einen englischsprachigen und einen französischsprachigen Bereich geteilt. Ich wohne übrigens im englschsprachigen Teil, wer hätt's gedacht...

Neben dem sprachlichen Eifluss hat man selbstverständlich auch den geografischen: Die USA sind keine 100 km entfernt. Hochhäuser, Blocksystem, Reklame - die Stadt sieht eigentlich aus wie eine US Metropole, nur mit dem kleinen Unterschied eben, dass alles eben auf Französisch ist.

Noch extremer sind die Gegensätze aber was das Klima angeht. Man merkt schon, dass es in ganz Nordamerika keinen richtigen Ost-West-Gebirgszug gibt (wie bei uns die Alpen zB), der die Klimaschwankungen im Rahmen hält. Als ich hier Ende August angekommen bin, hatten wir Temperaturen von weit über 30°C, dazu eine zT extreme Luftfeuchtigkeit. Momentan sind wir bei -30°C angekommen und man bekommt die Fenster zt schon nicht mehr auf, weil sie zugefroren sind. Die tiefen Temperaturen sind gar nicht das große Problem, richtig weh tut der Wind der den St. Laurentsstrom herunterbraust. Besonders unangenehm ist es in den Häuserschluchten der Innenstadt, wo er sich gnadenlos durch selbst kleinste Klamottenritze frisst. Zum Glück habe ich mittlerweile eine geeignete Jacke und Schuhe, was das wichtigste ist. Zur langen Unterhose konnte ich mich immer noch nicht durchringen, aber es lässt sich wahrscheinlich nicht vermeiden...

Es lässt sich hier schon prima aushalten, auch trotz der tiefen Temperaturen. Man muss sich nur daran gewöhnen, das Leben geht auch bei -30 Grad weiter. Die Montrealer feiern weiter draußen Events, wie zB das Igloofest, das demnächst startet und was das Winterpendant zu Piknic Electronik ist, einer großen Outdoor Elektroparty mit Live DJs.

Montreal hat sich das Prädikat einer pulsierenden Stadt meines Erachtens redlich verdient und nicht umsonst den Ruf Kanadas Partystadt zu sein. Es hat hier so viele Bars, Pubs, Clubs etc., dass man wahrsch nach 10 Jahren noch nicht alle gesehen hat. Die Partymeile hier ist Rue St. Laurent, wo sich ein Club an den anderen reiht. Dazu ist Montreal sehr liberal, es gibt sogar ein Schwulenviertel, also aufgepasst, wo es euch hier hinverschlägt, falls ihr mal auf einen Besuch vorbeikommen wollt ;) Auch meine Universität (Concordia University) ist seeehr liberal bzw. besser gesagt politsch links orientiert verglichen zu deutschen Standards. Nur soviel sei gesagt, wer denkt, Kanadier sympathisieren mit Amerikanern liegt eindeutig falsch ;)

So jetzt werde ich schreibmüde und höre mal lieber wieder auf... Der nächste Eintrag wird entweder Montreal Part II ODER Quebec City, das wir nächstes Wochendende per Mitewagen aufsuchen werden, um dem atemberaubend verrückten Crashed Ice beizuwohnen. In diesem Sinne... Bis bald!

Ach ja, zwei Sachen noch: Meinem Fuß gehts wieder ganz gut, aber man muss ihn trotzdem operieren wenn ich wieder in D bin.
NR2: Ich liebe Eishockey und die Montreal Canadians rule all!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Montag, 24. November 2008

Outch!


Und da ist es mal wieder passiert: der gute alte Bänderriss. Wenigstens darauf kann man sich noch verlassen ;-)
Wie es passiert ist? In einem Irish pub auf dem Weg zum Klo... HAHA! Ohne Fremdeinwirkung, ein kleiner Absatz hat schon gereicht. Naja, kann man nichts machen. Und nein, ich war nicht betrunken! Zwei Bier... tipsy maybe. Wenns wenigstens beim Sport passiert wäre. Man hat es geröntgt, aber das bringt meines Erachtens nicht viel, nur dass man jetzt sagen kann das es kein erkennbarer Bruch ist. Wer hätte es gedacht ^^ Naja aber es geht schon wieder ganz gut, ist auch schon eineinhalb Wochen her und ich kann wieder einigermaßen normal laufen. Das Dumme ist jetzt halt, dass ich ständig denke, es könnte nochmal geschehen. Shit happens...

Also ich muss jetzt auch schon wieder los zur Uni, ich melde mich bald wieder. So long!

Donnerstag, 13. November 2008

Boston - More than a feeling

Ich weiß, ihr schaut täglich auf meinen Blog und hofft, dass es endlich wieder Neuigkeiten gibt und ich will euch nicht länger enttäuschen. Letztes Wochenende war ich in Boston, größte Stadt Massachusetts und ich nehms gleich mal vorweg: definitiv eine Reise wert. Organisiert war der Trip wieder von meiner "heißgeliebten" CISA, 2 Busse voller Internationals, rund 100 Leute. Und wenn ihr meine letzen Einträge gelesen habt, wisst ihr vielleicht auch schon was das heißt: Unpünktlichkeit, Chaos, man braucht starke Nerven und trotzdem ist es immer wieder cool.


Nachdem wir also Montreal gegen 9 Uhr freitags (mit zweistündiger Verspätung) Richtung Boston aufgebrochen sind und eine weitere Stunde an der Grenze stehen mussten, erreichten wir dann mittags unsere erste Station: The Ben & Jerry's factory. Für alle denen Ben & Jerry's nichts sagt - es handelt sich hierbei um eine weltbekannte Eiscremehersteller. So groß der Name und so hoch bei vielen die Erwartungen, so langweilig war die Tour im Endeffekt. Freitags wird nicht produziert, d. h. wir haben nur langweilige Maschinen und Videos angeschaut, yay ^^ LANGWEILIG!!! Vor allem weil wir eh viel zu wenig Zeit für Boston hatten und nun völlig sinnlos unsere Zeit verschwendeten.


Um 18.00 erreichten wir dann etwa unser Hotel in Boston, welches leider nicht sehr zentral lag. Nachdem wir unser Gepäck abgeliefert hatten, mussten wir auch gleich direkt mit dem Taxi in die Innenstadt fahren, denn um 19:30 Uhr ging das NBA Game Boson Celtics vs. Milwaukee Bucks. Die Karten hatten wir glücklicherweise schon, obwohl wir vor dem Stadion Karten für etwa 1/3 des Preises bekommen hätten... Anyway, the game was great! Boston hat zwar sehr schlecht begonnen, aber am Ende deutlich und verdient gewonnen. Es war wirklich sehr unterhaltsam, nicht zuletzt wegen zahlreicher Stimmungsmacher wie etwa Cheerleader-Einlagen oder dem "Noise-Meter", das die Lautstärke der Zuschauer misst...




Danach haben wir uns dann gleich mal ins Nachtleben gestürzt, was aber eher ein kleiner Reinfall war. Nein war es eigentlich nicht. Das Problem war nur, dass ich meinen Personalausweis im Hotel vergessen hatte und wir auch Leute unter 21 Jahren dabei hatten. Und da man in den USA bekanntlich unter 21 abends nicht mehr in die meisten Pubs kommt, waren wir froh am Ende überhaupt in einer Bar gelandet zu sein. Das allseits beliebte Hard Rock Café. Eigentlich ist mir das ja doch zu touristisch, aber in Boston wars echt cool. Nicht viel los, gute weil endlich auch mal keine 80s oder HipHop Musik, das Bier war trinkbar und das alle beste, mein Burger war der HAMMER, ein Monster von einem Burger, HAR HAR!!!

Am nächsten Tag sind die meisten dann in eine Bierfabrik gegangen, da uns das Fabrikerlebnis am vorherigen Tag noch allzu gut im Gedächtnis war, haben wir uns entschlossen Harvard zu besuchen. Mein persönliches Highlight des Wochenendes... Ich weiß nicht wie es euch geht, aber wenn man an Harvard denkt, eine der besten Universitäten der Welt und wahrscheinlich DIE Universität in den USA, dann stellt man sich alles in gigantischen Ausmaßen vor. Aber Harvard hat auch "nur" 18 000 Studenten. Wenn ich mich richtig entsinne hat Tübingen auch nicht viel weniger.


Die Gebäude sind auch nicht wirklich überdimensional, sondern stattdessen gibt es viele kleinere, individuelle, charismatische und vor allem geschichtsträchtige Gebäude. Theodore Roosevelt, Franklin D. Roosevelt und John F. Kennedy - alle sind Harvard Absolventen. Dementsprechend hochinteressant und anekdotenreich war dann auch unsere kostenlose Tour, geführt von einer zwei Harvard Studenten. "Hier hat Matt Damon gewohnt... hier haben schon George Washingtons Truppen gehaust... in diesem Gebäude teilten sich Tommy Lee Jones und Al Gore ein Apartment... hier wohnte Bill Gates... dieses Gebäude stiftete eine Titanic Überlebende in Gedenken an ihren Sohn, den sein Versuch seine Harvard Bücher vor den Fluten zu retten das Leben gekostete hat.... etc. etc." Wahnsinn...



Was macht man nach so viel Geschichte in so kurzer Zeit? Geeeeeeeeenau, man geht zurück in die Innenstadt und schaut sich noch mehr Geschichte an. Wer nämlich damals im Geschichtsunterricht aufgepasst hat, weiß, dass Boston in diesem Bereich,für amerikanische Verhältnisse viel zu bieten hat. Man denke nur an die Boston Tea Party, die ein, wenn nicht sogar der wichtigste Meilenstein auf dem Weg zum amerikanischen Unabhängigkeitskrieg war. Als kulturell interessierte Stundenten, die wir zweifelsohne in vorbildlicher Funktion hier alle sind, erkundeten wir den Trail of Freedom und den Trail of Heritage. Jop, wir sind eine Menge marschiert an diesem Tag. Was ich an Boston sehr gemocht habe, ist der irische Einfluss. Besonders auf dem Trail of Heritage bekommt man noch das ursprüngliche, eher unspektakuläre aber nichts desto trotz sehr schöne Boston zu sehen. Urig alte Backsteinhäuser, und enge Straßen sind hier charakteristisch.

Abends ging es dann wieder in einen... na, na??... richtig, Irish Pub. Dort verbrachten wir dann einen netten Abend mit 2 Locals, die ihrem Ruf gute Trinker zu sein, alle Ehre machten. Mal davon abgesehen, dass ich kurzzeitig meinen Reisepass verloren hatte, war es eine lustige Nacht. Da wir am Sonntag mittags schon wieder gen Montreal aufbrachen, konnten wir nur nochmals einen kurzen Abstecher in die Innenstadt machen. Dann war es auch schon wieder vorbei mit Boston. Viel zu wenig Zeit, wie immer, aber naja, das ist ja schon vorher klar gewesen.



Nächster Blog Eintrag: Montreal, endlich mal! Ich hoffe es hat euch Spaß gemacht, oder war zumindest interessant ;-) Bis zum nächsten Mal.

P.S.: In 1 Monat komme ich nach Deutschland!